
Hallo, ich bin Julia. Ich erzähle dir von meinem Leben in Österreich. Den Text zum Mitlesen findest du auf leichterdeutschlernen.com.
Gestern war ich mit einer Freundin spazieren. Dabei hat sie gesagt: „Mach doch mal einen Podcast über Schönbrunn.“ Das mache ich doch gerne.
Wenn du in Wien bist, ist Schönbrunn immer einen Ausflug wert. Es gibt dort einen beeindruckenden Tiergarten. Du kannst auch ein wunderbares Schloss besuchen. Darin hat zum Beispiel die berühmte Kaiserin von Österreich Maria Theresia ihre Sommer verbracht.
Fangen wir mal mit dem Tiergarten an. Für Familien mit Kindern ist das sicher die Hauptattraktion in Schönbrunn. Es ist der älteste noch existierende Zoo der Welt. Er wurde im Jahr siebzehnzweiundfünfzig durch Kaiserin Maria Theresia gegründet. Sie wollte einen Tiergarten zur Unterhaltung der kaiserlichen Familie und ihrer Gäste. Für die Öffentlichkeit war er ursprünglich geschlossen.
Im Laufe der Jahrhunderte entwickelte sich der Tiergarten Schönbrunn zu einem wichtigen Zentrum für den Artenschutz und die Erhaltung bedrohter Tierarten. Er war einer der ersten Zoos, der sich auf die wissenschaftliche Forschung und Zucht von Tieren spezialisiert hat.
Es hat immer wieder tolle Zuchterfolge gegeben. Zum Beispiel der kleine Panda Fu Long. Er war das erste Pandababy, das im Tiergarten Schönbrunn geboren wurde. Die Zucht dieser Tiere ist sehr schwierig. Auch in der Natur bekommen sie nur wenig Nachwuchs. Die Weibchen sind sehr wählerisch bei der Partnerwahl und die Paarungszeit dauert nur wenige Tage im Jahr. Fu Longs Geburt und seine ersten Lebensmonate waren eine Sensation. Auch die Öffentlichkeit hat diese Zeit genau verfolgt. Es gab noch mehr Besucher im Zoo, weil alle einen Blick auf Fu Long werfen wollten. Der Name „Fu Long“ bedeutet übersetzt „Glücklicher Drache“ und wurde von der Bevölkerung gewählt. Fu Long wurde von Tierpflegern liebevoll aufgezogen und entwickelte sich prächtig. Sein süßes und verspieltes Verhalten hat ihn weltweit bekannt gemacht.
Das österreichische Wort
Ein typisch österreichisches Wort für Tier ist „Viech“. Das Wort kommt von dem Begriff „Vieh“. Damit werden landwirtschaftlich genutzte Tiere bezeichnet, also zum Beispiel Schweine oder Rinder. Dieser Begriff wird in Österreich also verändert und man sagt „Viech“. Auch die Bedeutung verändert sich dadurch etwas. Viecher sind nicht nur Nutztiere sondern prinzipiell alle Tiere. Es wird aber eher negativ genutzt. Österreicher bezeichnen Tiere vor allem dann als „Viecher“, wenn sie sich davor ekeln, sich darüber ärgern oder Angst davor haben. Wenn zum Beispiel ein Insekt in der Wohnung krabbelt, kann man fragen: „Was krabbelt da für ein Viech?!“ Zum eigenen Haustier würde man üblicherweise nicht „Viech“ sagen. Außer man ärgert sich besonders darüber. Wenn der Hund zum Beispiel, als er allein zu Hause war, etwas kaputt gemacht hat, dann wäre eine typisch österreichische Aussage beim Heimkommen „Das dumme Viech hat schon wieder was kaputt gemacht.“ Das ist dann aber eine grobe Beleidigung und eigentlich ein Schimpfwort. Wenn man es nett meint, kann man die österreichische Verniedlichungsform verwenden und „Viecherl“ sagen. Also „Gehma zu den Viecherln nach Schönbrunn. Das verwenden aber eher ältere Leute.
Egal ob du dich für Kultur interessierst oder nicht, einen Besuch im Schloss empfehle ich dir auf jeden Fall. Stell dir vor, im Schloss Schönbrunn gibt es angeblich eintausendvierhunderteinundvierzig Räume. Es ist also riesig. Die Architektur ist beeindruckend und stammt aus dem siebzehnten Jahrhundert.
Die frühere Kaiserin von Österreich Maria Theresia hat das Schloss von ihrem Vater geschenkt bekommen, weil er sich nicht wirklich dafür interessiert hat. Obwohl es erst vierzig Jahre alt war, hat sie es ziemlich umbauen lassen. Sie hat einen Stock höher bauen lassen und hat die Inneneinrichtung komplett geändert. Wie viel Arbeit und Geld muss das wohl kosten bei mehr als eintausend Räumen!?
Außerdem hat Maria Theresia eine Allee erschaffen lassen vom Schloss Schönbrunn bis zum Schloss Laxenburg. Die Maria-Theresien-Allee war eine beeindruckende Promenade, die die beiden kaiserlichen Residenzen miteinander verbunden hat. Sie war dreiundzwanzig Kilometer lang. Diese Allee war ein praktischer Weg für die kaiserliche Familie, um zwischen den beiden Schlössern zu reisen. Sie war auch ein architektonisches und landschaftliches Meisterwerk. Die Allee war von Bäumen gesäumt und wurde von verschiedenen Denkmälern, Statuen und Pavillons geschmückt.
Heute ist die Maria-Theresien-Allee nicht mehr in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Einige Abschnitte der Allee wurden im Laufe der Zeit verändert oder bebaut. Einige Teile der Allee sind jedoch immer noch zugänglich und bieten Besuchern die Möglichkeit, einen Eindruck von ihrer einstigen Pracht zu bekommen. Wenn ich nächstes Mal in den Süden von Wien fahre, möchte ich nach einem erhaltenen Teil suchen und mir vorstellen wie lang und prächtig die Allee früher gewesen ist und wie es wohl ausgeschaut hat, als die Kaiserin mit ihrer Kutsche und mit vielen Begleitern den Weg gefahren ist.
In Schönbrunn selbst gibt es aber noch viel mehr Einzigartiges anzusehen. Es gibt drei große Glashäuser, die man als Besucher von außen und innen besichtigen kann. Eines davon ist das Schmetterlingshaus. Darin leben bunte Schmetterlinge aus der ganzen Welt. Es ist ein bezauberndes Erlebnis, darin zu spazieren und die bunte Pracht zu bewundern.
Das zweite Glashaus ist das Palmenhaus. Es ist eines der beeindruckendsten Gewächshäuser Europas. Es beherbergt eine breite Sammlung von Palmen, tropischen Pflanzen und exotischen Gewächsen aus verschiedenen Teilen der Welt. Das Palmenhaus ist in drei Klimazonen unterteilt: Tropisch, subtropisch und gemäßigt. Es ist ein imposantes Glashaus mit einer atemberaubenden Architektur und bietet den Besuchern die Möglichkeit, eine üppige und vielfältige Pflanzenwelt zu bewundern.
Schließlich gibt es noch das Tropenhaus. Hier findest du eine Fülle von exotischen Pflanzen, darunter tropische Bäume, Palmen und Blumen. Auch einige Tierarten wie Vögel und Reptilien, die in tropischen Regionen beheimatet sind haben dort ihre Heimat.
Ich bin schon neugierig, was meine Freundin über diese Folge sagen wird. Schließlich war es ihre Idee!
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