
Hallo, ich bin Julia. Ich erzähle dir von meinem Leben in Österreich. Den Text zum Mitlesen findest du auf leichterdeutschlernen.com.
Gestern bin ich vom Urlaub mit meiner Familie aus dem Salzkammergut nach Hause gekommen. Obwohl es nicht sehr weit von meiner Heimat ist, hatte ich dort noch nie Urlaub gemacht.
Das Salzkammergut gehört zu den schönsten und reizvollsten Gegenden Österreichs. Die Landschaft ist vor allem wegen der vielen Seen so besonders. Insgesamt sind es sechsundsiebzig größere und kleinere Gewässer. Die bekanntesten davon sind der Mondsee, der Hallstätter See und der Wolfgangsee.
Alle diese Seen haben sich in der letzten Eiszeit gebildet. In einer Zeit von zwei Komma sechs Millionen Jahren waren im heutigen Salzkammergut Gletscher, die tiefe Täler in die Berge geschliffen haben. Es ist unglaublich beeindruckend, sich das in Zeitraffer vorzustellen!
Wir waren heuer am Wolfgangsee. Dort gibt es einige hübsche Dörfer direkt am See. St. Wolfgang und Strobl sind die größten und bekanntesten Orte. Ich war sehr überrascht, wie modern St. Wolfgang ist. Obwohl es ein sehr kleiner Ort ist, gibt es mehrere Streetfood Stände. Natürlich bekommt man dort auch das klassische österreichische Schnitzel, wir haben uns aber für einen Pulled Pork Burger entschieden und uns damit direkt an einen Steg zum Wasser gesetzt. Das hat mir besonders gut gefallen, dass das Ufer des Sees an vielen Orten frei zugänglich ist. Letztes Jahr zum Beispiel waren wir in Italien am Comer See. Dort war es kaum möglich, zum Wasser zu kommen. Alles war verbaut und in privatem Besitz.
Das Wetter war heuer mit ungefähr dreiundzwanzig Grad sehr angenehm für alle möglichen Aktivitäten. Einmal haben wir ein E-Mountainbike ausgeborgt. Damit haben wir eine tolle Tour in die Berge zwischen den Seen gemacht. Das Salzkammergut hat viele Radwege mit schönen Strecken und faszinierender Aussicht.
An einem anderen Tag sind wir zum Gosausee gefahren. Das ist ein unbewohnter See weiter oben in den Bergen und er ist rundherum von Gipfeln eingerahmt. Dort haben wir den Laserer Alpin Klettersteig gemacht. Man benötigt dafür natürlich ein Klettersteigset und einen Helm. Mit den beiden Karabinern des Klettersteigsets muss man sich jeweils zum Sichern in die Stahlseile einhängen und dann geht es schon los. Der Weg hat anfangs knapp über der Wasserlinie des Sees entlang geführt. Das war ein tolles Erlebnis. Das Wasser war ganz klar und so konnten wir sehen wir der steile Berg über uns einfach mit dem gleichen Verlauf unter dem Wasserspiegel in die Tiefe führt.
Wenn man sich einen tollen Überblick über das Salzkammergut verschaffen möchte, empfiehlt sich eine Fahrt mit der Schafbergbahn.
Das ist eine historische Zahnradbahn, die auf den Schafberg führt. Sie ist eine der steilsten Zahnradbahnen Österreichs und hat eine lange Geschichte. Die Fahrt mit der Schafbergbahn ist ein unvergessliches Erlebnis. Die Strecke führt von St. Wolfgang aus und erstreckt sich über fast sechs Kilometer mit einer Höhendifferenz von rund eintausendeinhundertneunzig Metern. Während der Fahrt passiert die Bahn atemberaubende Ausblicke auf den Wolfgangsee, die umliegenden Berge und die idyllischen Dörfer der Region.
Die Schafbergbahn verwendet eine Zahnradtechnologie, um die steilen Hänge des Schafbergs zu bewältigen. Dadurch kann die Bahn auch auf steilen Streckenabschnitten sicher fahren. Am Gipfel des Schafbergs angekommen, erwartet die Besucher ein atemberaubender Panoramablick über das Salzkammergut und die umliegenden Berge.
Die Schafbergbahn ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch bei Eisenbahnfans. Die Bahn ist ein bedeutendes kulturelles Erbe der Region und zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
Mit einer Zahnradbahn kannst du im Salzkammergut aber nicht nur in die Höhe fahren, sondern auch in die Tiefe. Wie der Name vermuten lässt, wird in dieser Region Salz abgebaut.
Das Salzbergwerk Hallstatt befindet sich in der Nähe des malerischen Dorfes Hallstatt. Es ist eine der ältesten Salzminen der Welt und hat eine faszinierende Geschichte, die bis in die Bronzezeit zurückreicht. Das Bergwerk war unglaubliche siebentausend Jahre in Betrieb!
Historisch gesehen wurde das Salz durch Bergleute abgebaut, die in dunklen und engen Stollen gearbeitet haben. Heute bietet das Salzbergwerk Hallstatt Besuchern die Möglichkeit, eine einzigartige unterirdische Reise zu erleben.
Man kann in das Bergwerk hinabsteigen und mit der Zahnradbahn und einem Boot durch die Salzstollen fahren. Während der Tour lernt man nicht nur die Geschichte des Salzabbaus kennen, sondern auch die harte Arbeit und das Leben der Bergleute vergangener Zeiten.
Darüber hinaus gibt es in den Stollen des Salzbergwerks Hallstatt eine faszinierende Attraktion namens „Salzsee“. Dieser unterirdische See hat eine spiegelartige Oberfläche und wird aufgrund seiner Salzgehalt als „spiegelndster See der Welt“ bezeichnet. Das Lichtspiel auf dem Salzsee und die reflektierenden Salzwände schaffen eine beeindruckende Kulisse für die Besucher.
Der österreichische Spruch
In Zusammenhang mit Salz und Suppe gibt es gleich zwei Sprüche, die in Österreich verwendet werden. Einer heißt „Das Salz in der Suppe.“ Man könnte zum Beispiel sagen: „Die Aussicht vom Berg war das Salz in der Suppe bei unserer Wanderung.“ Damit bezeichnet man also etwas besonders Gutes.
Etwas Schlechtes beschreibt man mit der Aussage „Die Suppe versalzen.“ Wenn zu viel Salz in der Suppe ist, wird sie irgendwann ungenießbar. Das kann eine böse Absicht durch eine andere Person sein, aber auch einfach ein unpassender Umstand. Ein Beispiel wäre: „Das schlechte Wetter bei unserer Wanderung hat uns die Suppe versalzen.“
Heute gibt es ein modernes Salzbergwerk in Altaussee. Dort wird ein großer Teil des Salzbedarfes für Österreich gewonnen. Bei unserer Reise waren wir im Geschäft „Salzkontor“ und haben uns unbehandeltes rosa Steinsalz für unsere Salzmühle zu Hause gekauft. So haben wir eine schöne Erinnerung und denken beim Salzen unseres Essens noch lange an diesen tollen Urlaub.
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